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Nothing verschiebt günstiges CMF-Handy wegen RAM-Preisschock

Von Mag-Info Tech editorial · 2026-06-20

Nothing verschiebt günstiges CMF-Handy wegen RAM-Preisschock

Der britische Hersteller Nothing hat überraschend bekannt gegeben, dass das geplante günstige Nachfolgemodell des CMF Phone 2 Pro in diesem Jahr nicht erscheinen wird. Laut einer Mitteilung des Mitgründers Akis Evangelidis liegt der Grund in den stark gestiegenen Preisen für Arbeitsspeicher-Chips. Die Kosten für RAM haben in den vergangenen Monaten ein Niveau erreicht, das es dem Unternehmen unmöglich macht, ein Smartphone zu einem attraktiven Preis anzubieten. Diese Entscheidung markiert einen seltenen Fall, in dem ein Hersteller ein angekündigtes Produkt aufgrund von Lieferkettenproblemen komplett zurückstellt – und nicht nur verzögert.

Die Ankündigung unterstreicht, wie fragil die globale Halbleiter-Lieferkette nach wie vor ist, obwohl die akute Chipknappheit der Pandemiejahre bereits als überwunden galt. RAM-Chips, die einst für wenige Dollar pro Gigabyte erhältlich waren, haben sich in den letzten Quartalen deutlich verteuert. Für ein Einsteiger-Smartphone wie das geplante CMF-Gerät bedeutet das, dass die Materialkosten nun einen so großen Anteil am Gesamtpreis ausmachen, dass selbst ein schlankes Design und ein günstiger Verkaufspreis nicht mehr ausreichen, um eine rentable Produktion zu ermöglichen. Nothing zeigt damit, wie stark selbst etablierte Hersteller von externen Faktoren abhängig bleiben – und wie schnell ambitionierte Produktpläne scheitern können.

Warum RAM-Preise Smartphones unverkäuflich machen können

Arbeitsspeicher ist einer der wichtigsten Kostenfaktoren in jedem Smartphone. Während Prozessoren und Displays oft als technologische Highlights vermarktet werden, macht RAM den Unterschied zwischen einem flüssigen und einem stockenden Gerät aus. Doch seit Mitte 2024 haben sich die Preise für DRAM-Chips mehr als verdoppelt. Für Hersteller von Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphones wie Nothing bedeutet das, dass selbst ein Basismodell mit 6 oder 8 Gigabyte RAM plötzlich mehrere Dutzend Euro mehr kostet als noch vor einem Jahr.

Nothing hatte geplant, mit der CMF-Serie eine besonders preiswerte Alternative zu den Flaggschiffen anderer Hersteller anzubieten. Doch die gestiegenen RAM-Preise machen dieses Geschäftsmodell unmöglich. Ein Smartphone, das aufgrund der Hardwarekosten nicht mehr unter 200 Euro angeboten werden kann, verliert seinen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Viele Käufer in diesem Segment sind preissensibel und würden stattdessen zu noch günstigeren Modellen anderer Hersteller greifen – oder sogar auf ältere Geräte zurückgreifen. Die Entscheidung, das Projekt zu verschieben, ist daher nicht nur eine Frage der Rentabilität, sondern auch eine strategische Notlösung.

Die globale RAM-Krise und ihre Ursachen

Die aktuellen Preissprünge bei RAM-Chips sind das Ergebnis eines klassischen Marktungleichgewichts. Auf der einen Seite steht eine steigende Nachfrage nach Arbeitsspeicher, getrieben durch KI-Anwendungen, Cloud-Dienste und die zunehmende Verbreitung von Geräten, die große Datenmengen verarbeiten müssen. Auf der anderen Seite gibt es Engpässe in der Produktion, insbesondere bei den großen Halbleiterherstellern in Asien. Einige Fabriken haben ihre Kapazitäten reduziert, während andere mit Lieferverzögerungen bei Rohstoffen kämpfen.

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Hinzu kommt, dass viele Hersteller ihre Lagerbestände nach der Pandemie bewusst niedrig gehalten haben, um Überbestände zu vermeiden. Als die Nachfrage dann wieder stieg, fehlten plötzlich die Puffer, um die Produktion schnell hochzufahren. Die Folge: Die Preise stiegen rasant, und selbst Großhändler mussten ihre Kunden rationieren. Für Smartphone-Hersteller wie Nothing bedeutet das, dass sie entweder höhere Preise an die Kunden weitergeben oder ihre Margen stark reduzieren müssen – beides keine nachhaltigen Optionen.

Was bedeutet das für Käufer und den Smartphone-Markt?

Für Verbraucher, die auf der Suche nach einem günstigen Smartphone sind, bedeutet die Verschiebung des CMF-Handys zunächst einmal, dass sie länger auf ein neues Modell von Nothing warten müssen. Das Unternehmen hat zwar betont, dass an der Entwicklung weitergearbeitet wird, aber ein konkreter Zeitplan steht noch nicht fest. Wer stattdessen jetzt ein neues Gerät braucht, muss sich nach Alternativen umsehen – sei es bei anderen Herstellern oder bei älteren Modellen, die möglicherweise im Sale angeboten werden.

Für den Smartphone-Markt insgesamt zeigt die Situation, wie anfällig die Branche für Lieferkettenprobleme bleibt. Selbst nach Jahren der Diversifizierung und dem Aufbau neuer Produktionsstandorte können externe Schocks wie eine RAM-Krise die Pläne selbst großer Hersteller durcheinanderwirbeln. Das könnte dazu führen, dass Hersteller ihre Strategien überdenken und entweder mehr Lagerbestände halten oder langfristige Verträge mit Zulieferern abschließen, um solche Schwankungen abzufedern. Gleichzeitig könnte der Druck auf die Preise im Einstiegssegment weiter steigen, da Hersteller versuchen, ihre Produkte trotz höherer Kosten attraktiv zu halten.

Wie Hersteller auf RAM-Preisschocks reagieren können

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Es gibt mehrere Ansätze, wie Smartphone-Hersteller mit solchen Preisschocks umgehen können. Eine Möglichkeit ist die Reduzierung des RAM-Umfangs in Einsteigermodellen. Viele Hersteller bieten bereits Geräte mit 4 oder 6 Gigabyte RAM an, die für die meisten Alltagsanwendungen ausreichen. Eine weitere Option ist die Verwendung von RAM-Chips älterer Generationen, die zwar langsamer sind, aber deutlich günstiger. Auch der Einsatz von Software-Optimierungen, die den RAM-Bedarf reduzieren, kann helfen, die Kosten zu senken.

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Einige Hersteller setzen zudem auf modulare Designs, bei denen der RAM später aufgerüstet werden kann. Das würde zwar die Komplexität erhöhen, aber gleichzeitig die Abhängigkeit von hohen RAM-Kosten verringern. Langfristig könnten auch neue Speichertechnologien wie LPDDR5X oder HBM (High Bandwidth Memory) eine Rolle spielen, die effizienter sind und weniger Platz benötigen. Allerdings sind diese Technologien noch nicht für den Massenmarkt verfügbar und würden die Entwicklungskosten weiter erhöhen.

Die Rolle von Nothing und der CMF-Serie im Markt

Nothing hat mit der CMF-Serie versucht, eine Lücke im Markt zu schließen: ein Smartphone, das günstig ist, aber trotzdem moderne Features bietet. Das erste Modell, das CMF Phone 2 Pro, wurde als besonders preiswertes Gerät mit solider Hardware beworben. Doch die RAM-Krise zeigt, wie schwer es ist, in einem Markt zu bestehen, der von externen Faktoren dominiert wird. Nothing ist nicht der einzige Hersteller, der unter den gestiegenen RAM-Preisen leidet – auch andere Unternehmen haben ihre Preise anpassen oder Produktlinien verschieben müssen.

Die Entscheidung, das geplante Nachfolgemodell zu verschieben, könnte für Nothing langfristig sogar positive Effekte haben. Indem das Unternehmen die Entwicklung pausiert, kann es die Marktlage besser einschätzen und möglicherweise neue Lösungen finden, um die Kosten zu senken. Gleichzeitig sendet die Entscheidung ein Signal an die Branche: Hersteller müssen flexibler werden und sich besser auf solche Schwankungen vorbereiten. Für Verbraucher könnte das langfristig zu stabileren Preisen und einer größeren Auswahl an günstigen Smartphones führen.

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Was Käufer jetzt tun können und worauf sie achten sollten

Wer aktuell ein günstiges Smartphone sucht, sollte nicht nur auf den Preis achten, sondern auch auf die technische Ausstattung. Geräte mit 4 oder 6 Gigabyte RAM sind für die meisten Nutzer ausreichend, solange das Betriebssystem und die Apps gut optimiert sind. Es lohnt sich, nach Angeboten zu suchen oder auf ältere Modelle zurückzugreifen, die möglicherweise im Sale angeboten werden. Auch der Kauf von generalüberholten Geräten kann eine kostengünstige Alternative sein.

Ein weiterer Tipp ist, auf Hersteller zu achten, die langfristige Software-Updates anbieten. Ein günstiges Smartphone, das über Jahre hinweg unterstützt wird, ist oft die bessere Wahl als ein neues Modell, das nach kurzer Zeit veraltet. Gleichzeitig sollten Käufer die Preisentwicklung im Auge behalten. Sollten die RAM-Preise in den kommenden Monaten wieder sinken, könnte es bald wieder neue Angebote im Einstiegssegment geben.

Fazit: Lieferketten bleiben der unsichtbare Risikofaktor

Die Verschiebung des CMF-Handys durch Nothing ist ein Weckruf für die gesamte Smartphone-Branche. Sie zeigt, wie anfällig Hersteller für externe Schocks wie Preissprünge bei Halbleitern sind – selbst Jahre nach der Pandemie. Für Verbraucher bedeutet das, dass sie bei Kaufentscheidungen nicht nur auf die technischen Daten achten sollten, sondern auch auf die Stabilität der Lieferketten und die Strategien der Hersteller.

Langfristig könnte die RAM-Krise dazu führen, dass Hersteller ihre Produktionsprozesse überdenken und sich besser auf solche Schwankungen vorbereiten. Bis dahin bleibt die Suche nach einem günstigen Smartphone eine Herausforderung. Wer flexibel ist und die Marktentwicklung beobachtet, kann jedoch auch in schwierigen Zeiten gute Angebote finden. Nothing hat mit seiner Entscheidung bewiesen, dass Transparenz und Ehrlichkeit gegenüber den Kunden wichtiger sind als ein voreilig veröffentlichtes Produkt.

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