HPE gibt VMware-Kunden ein Jahr kostenlose Virtualisierungssoftware – ein Signal im Kampf um Rechenzentren
Von Mag-Info Tech editorial · 2026-06-17

Hewlett Packard Enterprise (HPE) hat auf seiner Hausmesse HPE Discover eine Offensive im hart umkämpften Markt für Unternehmensvirtualisierung gestartet. Mit einem Jahr kostenloser Nutzung der eigenen Virtualisierungssoftware „VM Essentials“ will das Unternehmen Kunden locken, die mit den jüngsten Preiserhöhungen und Lizenzmodellen von VMware unter Broadcom unzufrieden sind. Die Aktion richtet sich sowohl an bestehende als auch an neue Nutzer der HPE-Software und umfasst neben den VM-Essentials-Lizenzen auch günstige Migrationsangebote und Finanzierungsoptionen. Damit positioniert sich HPE nicht nur als technischer Anbieter, sondern als strategische Alternative in einem Markt, der sich durch hohe Kosten und komplexe Lizenzbedingungen auszeichnet.
Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Unternehmen nach Wegen suchen, ihre Virtualisierungsinfrastrukturen kostengünstiger und flexibler zu gestalten. Die jüngsten Änderungen bei VMware – insbesondere die Umstellung auf kernbasierte Lizenzierung und die Abschaffung von Dauerlizenzen – haben bei Kunden für Verärgerung gesorgt. HPE nutzt diese Unzufriedenheit, um seine eigene Lösung als praktikable und wirtschaftliche Alternative zu präsentieren. Ob die einjährige kostenlose Nutzung ausreicht, um nachhaltig Kunden zu binden, bleibt jedoch eine offene Frage.
Warum HPE jetzt kostenlose VMware-Alternativen anbietet
Die Entscheidung von HPE, VM Essentials für ein Jahr kostenlos anzubieten, ist eine klare Reaktion auf die aktuellen Marktverwerfungen im Virtualisierungssektor. Seit Broadcom die Kontrolle über VMware übernommen hat, wurden die Lizenzkosten spürbar erhöht und die Lizenzmodelle grundlegend verändert. Statt der bisherigen prozessorbasierten Abrechnung setzt VMware nun auf eine kernbasierte Lizenzierung, was bei vielen Unternehmen zu deutlichen Mehrkosten führt. Diese Entwicklung hat bei IT-Verantwortlichen und Resellern für Unmut gesorgt, da sie ihre bestehenden Budgets neu planen müssen und gleichzeitig weniger Flexibilität bei der Skalierung ihrer Umgebungen haben.
HPE positioniert sich mit VM Essentials als technisch gleichwertige, aber kostengünstigere Alternative. Die Software umfasst einen Hardware-Virtualisierungs-Hypervisor und ein zentrales Management-Tool, das die Verwaltung sowohl von VMware- als auch von HVM-Clustern aus einer einzigen Konsole ermöglicht. Diese Integration soll Kunden den Wechsel erleichtern und die Abhängigkeit von VMware verringern. Darüber hinaus bietet HPE mit der Aktion auch eine einjährige kostenlose Nutzung von Zerto an – einer Software für unterbrechungsfreie Migrationen – sowie Finanzierungsoptionen mit 0 Prozent Zinsen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Einstiegshürden zu senken und den Wechselprozess für Unternehmen so reibungslos wie möglich zu gestalten.
Für IT-Entscheider, die mit den aktuellen VMware-Preisen unzufrieden sind, könnte das Angebot von HPE ein willkommener Anlass sein, die eigene Infrastruktur zu überprüfen. Besonders für kleinere und mittlere Unternehmen, die von den erhöhten Kosten stärker betroffen sind, könnte die kostenlose Nutzung ein entscheidender Faktor sein, um über einen Wechsel nachzudenken. Gleichzeitig zeigt die Aktion, dass HPE bereit ist, in den Wettbewerb um die Gunst der Kunden zu investieren – ein Zeichen, das in der Vergangenheit nicht immer so deutlich zu erkennen war.
Die technischen und wirtschaftlichen Vorteile von HPE VM Essentials
HPE VM Essentials ist nicht nur ein finanzielles Angebot, sondern auch eine technisch durchdachte Lösung für die Virtualisierung von Rechenzentren. Die Software basiert auf einem Hardware-Virtualisierungs-Hypervisor, der eine hohe Leistung und Stabilität bietet. Im Gegensatz zu reinen Software-Hypervisoren nutzt HPE hier hardwarebeschleunigte Virtualisierung, was zu besseren Performance-Werten und einer geringeren Belastung der Host-Systeme führt. Diese Technologie ist besonders für Unternehmen interessant, die anspruchsvolle Workloads wie Datenbanken, Echtzeitanalysen oder virtualisierte Desktops betreiben.

Ein weiterer zentraler Bestandteil von VM Essentials ist die integrierte Management-Konsole. Diese ermöglicht es Administratoren, sowohl VMware- als auch HVM-Umgebungen zentral zu steuern und zu überwachen. Das vereinfacht nicht nur die Verwaltung, sondern reduziert auch den Schulungsaufwand für IT-Teams, da sie mit einer einheitlichen Oberfläche arbeiten können. Die Fähigkeit, VMware-Cluster in HVM-Umgebungen zu migrieren, ist dabei ein entscheidender Vorteil. Unternehmen können so schrittweise ihre Abhängigkeit von VMware verringern, ohne ihre bestehenden Investitionen in Infrastruktur und Schulungen zu verlieren.
Aus wirtschaftlicher Sicht bietet HPE VM Essentials ein Lizenzmodell, das deutlich günstiger ist als das von VMware. Während VMware mittlerweile eine kernbasierte Lizenzierung mit jährlichen Kosten von mehreren tausend Euro pro Server vorsieht, empfiehlt HPE für VM Essentials eine jährliche Gebühr von etwa 600 Euro pro CPU-Sockel. Diese Preisgestaltung macht die Lösung besonders für Unternehmen attraktiv, die ihre Virtualisierungskosten senken möchten, ohne auf Leistung oder Funktionalität zu verzichten. Zudem entfällt bei HPE die Notwendigkeit, teure Zusatzmodule oder Bundles zu erwerben, da die meisten Funktionen bereits in der Basisversion enthalten sind.
Die Reaktionen der Branche: Zwischen Begeisterung und Skepsis
Die Ankündigung von HPE hat in der IT-Branche unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Während einige Experten und Reseller die Initiative als wichtigen Schritt zur Förderung von Wettbewerb und Innovation begrüßen, äußern andere Zweifel an der langfristigen Wirksamkeit des Angebots. Einerseits wird gelobt, dass HPE mit der kostenlosen Nutzung eine klare Alternative zu VMware aufzeigt und damit den Druck auf Broadcom erhöht. Andererseits gibt es Bedenken, dass ein Jahr kostenlose Nutzung möglicherweise nicht ausreicht, um Unternehmen dauerhaft von einem Wechsel zu überzeugen.
Einige Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass die Entscheidung für eine Virtualisierungsplattform oft langfristige Auswirkungen hat und nicht allein von kurzfristigen Kostenersparnissen abhängt. Unternehmen müssen nicht nur die Lizenzkosten, sondern auch Faktoren wie Kompatibilität mit bestehenden Anwendungen, Support-Qualität und die Verfügbarkeit von Fachkräften mit entsprechenden Kenntnissen berücksichtigen. In diesem Kontext könnte die einjährige kostenlose Nutzung zwar ein guter Einstieg sein, aber sie allein wird nicht ausreichen, um eine vollständige Migration zu rechtfertigen.
Gleichzeitig gibt es Stimmen, die betonen, dass HPE mit der Aktion ein wichtiges Signal setzt. Die Bereitschaft, in eine kostenlose Testphase zu investieren, zeigt, dass das Unternehmen bereit ist, das Risiko einzugehen, um Kunden zu gewinnen. Dies könnte dazu führen, dass andere Anbieter ebenfalls ihre Preismodelle überdenken und innovative Angebote entwickeln. Langfristig könnte dies zu einem gesünderen Wettbewerb im Virtualisierungsmarkt führen, von dem letztendlich die Kunden profitieren.
Die Rolle von Broadcom und VMware im aktuellen Marktumfeld








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Die jüngsten Entwicklungen bei VMware und Broadcom haben den Virtualisierungsmarkt grundlegend verändert. Mit der Übernahme von VMware durch Broadcom im Jahr 2023 hat sich die Strategie des Unternehmens deutlich gewandelt. Statt der bisherigen prozessorbasierten Lizenzierung setzt VMware nun auf eine kernbasierte Abrechnung, was bei vielen Kunden zu deutlichen Kostenerhöhungen geführt hat. Diese Entscheidung hat nicht nur bei Endkunden, sondern auch bei Partnern und Resellern für Unmut gesorgt, da sie die Planungssicherheit und Budgetplanung erschwert.

Broadcom hat zudem angekündigt, VMware-Produkte stärker zu bündeln und in teuren Paketen anzubieten. Diese Strategie zielt darauf ab, den Umsatz zu steigern, hat aber zur Folge, dass viele Unternehmen ihre bestehenden Lizenzen nicht mehr nutzen können oder gezwungen sind, teure Upgrades zu erwerben. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass sich viele Kunden nach Alternativen umsehen – und genau hier setzt HPE mit seinem Angebot an.
Die aktuellen Marktverwerfungen bieten HPE die Chance, sich als ernstzunehmender Konkurrent zu positionieren. Während VMware und Broadcom mit hohen Kosten und komplexen Lizenzmodellen kämpfen, setzt HPE auf Transparenz und Kosteneffizienz. Die einjährige kostenlose Nutzung von VM Essentials ist dabei nur ein erster Schritt. Sollte das Angebot gut angenommen werden, könnte HPE weitere Maßnahmen ergreifen, um Kunden langfristig zu binden. Dazu könnten erweiterte Support-Optionen, Schulungsprogramme oder zusätzliche Integrationshilfen gehören.
Praktische Schritte für Unternehmen: Wie sie von HPEs Angebot profitieren können
Für Unternehmen, die mit den aktuellen VMware-Preisen und Lizenzmodellen unzufrieden sind, bietet HPEs Angebot eine gute Gelegenheit, ihre Virtualisierungsstrategie zu überprüfen. Der erste Schritt sollte eine detaillierte Analyse der bestehenden Infrastruktur sein. Dazu gehört die Erfassung der genutzten VMware-Funktionen, der Anzahl der genutzten Kerne und der geplanten zukünftigen Anforderungen. Auf dieser Basis können IT-Verantwortliche entscheiden, ob und in welchem Umfang ein Wechsel zu HPE VM Essentials sinnvoll ist.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Planung der Migration. HPE bietet mit Zerto eine Lösung für unterbrechungsfreie Migrationen an, die den Wechsel von VMware zu HVM erleichtert. Unternehmen sollten jedoch bedenken, dass eine Migration Zeit und Ressourcen erfordert. Es empfiehlt sich, einen detaillierten Migrationsplan zu erstellen und gegebenenfalls externe Experten hinzuzuziehen, um mögliche Risiken zu minimieren. Zudem sollten Unternehmen die Schulungsbedarfe ihrer IT-Teams prüfen, um sicherzustellen, dass diese mit den neuen Tools und Prozessen vertraut sind.
Finanziell gesehen bietet HPE attraktive Konditionen. Neben der kostenlosen Nutzung von VM Essentials für ein Jahr können Unternehmen auch von 0-Prozent-Finanzierungsoptionen profitieren. Diese Maßnahmen senken die Einstiegshürden und ermöglichen es, die Lösung zunächst risikofrei zu testen. Langfristig könnten die Einsparungen bei den Lizenzkosten die Investitionen in die neue Infrastruktur mehr als rechtfertigen. Unternehmen sollten jedoch bedenken, dass die Kosten für Support und Wartung nach Ablauf der kostenlosen Phase anfallen und in die Gesamtkalkulation einbezogen werden müssen.

Langfristige Auswirkungen: Kann HPE den Virtualisierungsmarkt verändern?
Die Frage, ob HPE mit seinem Angebot den Virtualisierungsmarkt nachhaltig verändern kann, hängt von mehreren Faktoren ab. Einerseits hat das Unternehmen mit der kostenlosen Nutzung von VM Essentials ein starkes Signal gesetzt und gezeigt, dass es bereit ist, in den Wettbewerb zu investieren. Andererseits bleibt abzuwarten, ob die einjährige Testphase ausreicht, um Unternehmen dauerhaft von einem Wechsel zu überzeugen. Sollte HPE jedoch weitere Maßnahmen ergreifen – wie etwa verbesserte Support-Optionen, erweiterte Integrationshilfen oder langfristig günstigere Preismodelle – könnte das Angebot tatsächlich zu einer Verschiebung der Marktanteile führen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Reaktion von VMware und Broadcom. Sollten diese Unternehmen ihre Preismodelle nicht anpassen oder keine attraktiven Alternativen anbieten, könnte der Druck auf sie weiter steigen. Es ist denkbar, dass Broadcom in Zukunft flexiblere Lizenzmodelle einführt oder zusätzliche Rabatte anbietet, um Kunden zu halten. Gleichzeitig könnten andere Anbieter wie Microsoft mit Hyper-V oder Nutanix mit ihren eigenen Lösungen von der aktuellen Situation profitieren und ihre Marktanteile ausbauen.
Langfristig könnte der Wettbewerb zwischen den Anbietern zu einer größeren Auswahl und besseren Konditionen für Kunden führen. Unternehmen profitieren bereits jetzt von der erhöhten Aufmerksamkeit, die der Virtualisierungsmarkt erhält, und können aus einer Vielzahl von Optionen wählen. HPEs Initiative ist dabei ein wichtiger Schritt, um den Markt zu beleben und Innovationen voranzutreiben. Ob sie jedoch ausreicht, um VMware und Broadcom ernsthaft zu gefährden, bleibt abzuwarten.
Fazit: Ein Schritt in die richtige Richtung – aber nur der Anfang
HPEs Entscheidung, VM Essentials für ein Jahr kostenlos anzubieten, ist ein klares Signal an den Virtualisierungsmarkt. Das Unternehmen nutzt die aktuelle Unzufriedenheit vieler Kunden mit VMware und Broadcom, um sich als attraktive und kostengünstige Alternative zu positionieren. Die Aktion bietet Unternehmen eine gute Gelegenheit, ihre Virtualisierungsstrategie zu überprüfen und mögliche Einsparungen zu realisieren. Gleichzeitig zeigt sie, dass HPE bereit ist, in den Wettbewerb zu investieren und innovative Lösungen anzubieten.
Ob die einjährige kostenlose Nutzung ausreicht, um nachhaltige Veränderungen herbeizuführen, bleibt jedoch offen. Langfristig wird es darauf ankommen, ob HPE weitere Maßnahmen ergreift, um Kunden zu binden, und ob andere Anbieter mit flexibleren Lösungen reagieren. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie die aktuellen Entwicklungen genau beobachten und ihre Entscheidungen auf einer fundierten Analyse der eigenen Anforderungen und der verfügbaren Optionen basieren sollten. Die Virtualisierungslandschaft befindet sich im Wandel – und HPEs Angebot ist ein wichtiger Baustein in diesem Prozess.
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