ClickFix-Kampagnen verbreiten neue Malware-Loader über gefälschte Updates
Von Mag-Info Tech editorial · 2026-06-17

Cyberkriminelle setzen zunehmend auf Social-Engineering-Methoden, um Malware in legitime Systeme einzuschleusen. Eine aktuelle Welle von ClickFix-Kampagnen zeigt, wie Angreifer drei neue Malware-Loader – BabaDeda Loader, Lorem Ipsum Loader und Potemkin – einsetzen, um gezielt Bildungseinrichtungen und Finanzorganisationen anzugreifen. Die Kampagnen nutzen gefälschte Update-Benachrichtigungen, um Nutzer zur Ausführung von PowerShell-Befehlen zu verleiten, die schließlich die Schadsoftware installieren. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Raffinesse von Cyberangriffen, die gezielt Schwachstellen in menschlichen Verhaltensmustern ausnutzen.
Die neuen Loader sind Teil einer erweiterten Infrastruktur, die auf etablierten Techniken wie versteckten PowerShell-Prozessen, In-Memory-Shellcode und DLL-Side-Loading basiert. Besonders besorgniserregend ist die Fähigkeit der Loader, Sicherheitssoftware zu umgehen und sich in vertrauenswürdige Windows-Prozesse wie svchost.exe einzuschleusen. Dies macht die Erkennung und Abwehr für Unternehmen und Privatnutzer gleichermaßen herausfordernd.
Die ClickFix-Social-Engineering-Falle: Wie Angreifer Nutzer täuschen
ClickFix-Kampagnen nutzen eine bewährte Social-Engineering-Strategie: Nutzer werden mit gefälschten Update-Hinweisen konfrontiert, die sie dazu verleiten sollen, scheinbar harmlose PowerShell-Befehle auszuführen. Diese Befehle dienen als Einstiegspunkt für die Installation der Malware-Loader. Die Angriffe zielen darauf ab, das Vertrauen der Nutzer in legitime Systemupdates auszunutzen, indem sie gefälschte Benachrichtigungen verwenden, die optisch echten Update-Dialogen ähneln.
Sobald der Nutzer den PowerShell-Befehl ausführt, wird der Loader auf dem System installiert. Dieser Loader ist darauf ausgelegt, sich zu tarnen und Sicherheitsmechanismen zu umgehen. Dazu gehören Techniken wie die Verschleierung von Payloads in scheinbar harmlosen Installationspaketen sowie die Nutzung externer Speicherorte für die Payloads. Diese Vorgehensweise erschwert die forensische Analyse und reduziert die Chancen traditioneller Sicherheitstools, die Malware vor der Ausführung zu erkennen.
Ein zentraler Aspekt dieser Angriffe ist die gezielte Auswahl der Opfer. Laut Berichten wurden insbesondere Bildungseinrichtungen und Finanzorganisationen ins Visier genommen. Dies deutet darauf hin, dass die Angreifer entweder gezielt nach sensiblen Daten suchen oder Systeme mit schwächeren Sicherheitsvorkehrungen bevorzugen. Die Kombination aus Social Engineering und technisch ausgefeilter Malware macht diese Kampagnen besonders gefährlich.
BabaDeda Loader: Von einem Crypter-Service zum vielseitigen Angriffs-Tool
Der BabaDeda Loader ist kein neues Werkzeug, sondern wurde bereits 2021 erstmals dokumentiert. Damals wurde er im Zusammenhang mit Angriffen auf den Krypto- und Web3-Sektor eingesetzt, um Information-Stealer, RATs und Ransomware wie LockBit zu verbreiten. Jetzt hat sich der Loader weiterentwickelt und ist Teil einer umfassenderen Infrastruktur, die gezielt auf Stealth und Flexibilität setzt.

Der Loader ist in der Lage, das infizierte System zu analysieren, bevor er die eigentliche Payload lädt. Dabei werden gezielt Systeme in Russland oder Belarus ausgespart, was auf eine mögliche geografische Einschränkung der Angriffe hindeutet. Zudem führt der Loader Sicherheitschecks durch, um zu prüfen, ob Sicherheitssoftware auf dem System installiert ist. Nur wenn diese Checks bestanden sind, wird die Payload abgerufen und in einen vertrauenswürdigen Prozess wie svchost.exe injiziert.
Ein weiteres Merkmal des BabaDeda Loaders ist seine Fähigkeit, eine Vielzahl von Malware-Familien zu verbreiten. Dazu gehören .NET-Backdoors, Information-Stealer und RATs, die sensible Daten sammeln und über verschlüsselte Kanäle an Command-and-Control-Server (C2) senden können. Diese Flexibilität macht den Loader zu einem gefährlichen Werkzeug in den Händen von Cyberkriminellen, da er sich an verschiedene Angriffsszenarien anpassen lässt.
Lorem Ipsum Loader und Potemkin: Neue Loader erweitern das Arsenal der Angreifer
Neben dem BabaDeda Loader wurden zwei weitere Loader identifiziert: der Lorem Ipsum Loader und der Potemkin Loader. Diese Loader sind Teil einer modularen Angriffsinfrastruktur, die es Angreifern ermöglicht, ihre Malware je nach Ziel und Umgebung anzupassen.
Der Lorem Ipsum Loader nutzt ähnliche Techniken wie der BabaDeda Loader, ist jedoch darauf ausgelegt, Payloads in externen Speicherorten zu verstecken. Diese werden erst kurz vor der Ausführung decodiert, was die Erkennung durch Sicherheitssoftware weiter erschwert. Die Verwendung von Storage-Cryptern, die Payloads in Dateien wie "List.Control.dat" speichern, ist ein weiteres Beispiel für die zunehmende Komplexität dieser Angriffe.
Der Potemkin Loader hingegen setzt auf DLL-Side-Loading, um Malware wie DanaBot und SectopRAT (auch bekannt als ArechClient) zu verbreiten. Diese Malware-Familien sind bekannt für ihre Fähigkeit, sensible Daten zu stehlen und Remote-Zugriff auf infizierte Systeme zu ermöglichen. Die Kombination aus gefälschten Updates und DLL-Side-Loading zeigt, wie Angreifer verschiedene Techniken kombinieren, um ihre Erfolgschancen zu maximieren.
Technische Details: Wie die Loader Sicherheitsmechanismen umgehen
Die Loader nutzen eine Reihe von Techniken, um Sicherheitssoftware zu umgehen und sich in Systemen zu verstecken. Dazu gehören:








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- Versteckte PowerShell-Prozesse: Die Loader nutzen PowerShell, um ihre Aktivitäten zu tarnen. Dies ist besonders effektiv, da PowerShell ein legitimes Werkzeug ist, das in vielen Unternehmensumgebungen verwendet wird.
- In-Memory-Shellcode: Die Payloads werden direkt im Arbeitsspeicher ausgeführt, ohne dass Dateien auf der Festplatte gespeichert werden. Dies erschwert die Erkennung durch Antiviren-Software.
- DLL-Side-Loading: Durch das Laden von DLLs aus unsicheren Quellen können Angreifer ihre Malware in vertrauenswürdige Prozesse einschleusen.
- Externe Payload-Speicher: Die Payloads werden in externen Speicherorten wie "List.Control.dat" gespeichert und erst kurz vor der Ausführung decodiert. Dies minimiert die forensische Sichtbarkeit und erschwert die Analyse.
Diese Techniken zeigen, wie Angreifer die Grenzen traditioneller Sicherheitslösungen ausnutzen, um ihre Malware zu verbreiten. Unternehmen und Privatnutzer müssen sich daher auf fortschrittlichere Erkennungsmethoden verlassen, um sich vor solchen Angriffen zu schützen.
Zielsektoren und Opferprofile: Warum Bildung und Finanzen im Visier stehen
Die aktuellen ClickFix-Kampagnen zielen insbesondere auf Bildungseinrichtungen und Finanzorganisationen ab. Diese Sektoren sind aus mehreren Gründen attraktive Ziele für Cyberkriminelle:
- Bildungseinrichtungen: Schulen, Universitäten und andere Bildungseinrichtungen verfügen oft über begrenzte Sicherheitsbudgets und sind daher anfälliger für Angriffe. Zudem speichern sie große Mengen an sensiblen Daten, einschließlich persönlicher Informationen von Schülern und Studenten.
- Finanzorganisationen: Banken, Versicherungen und andere Finanzdienstleister sind aufgrund der sensiblen Daten, mit denen sie arbeiten, ein bevorzugtes Ziel für Cyberangriffe. Ein erfolgreicher Angriff kann zu finanziellen Verlusten, Reputationsschäden und regulatorischen Strafen führen.
Die gezielte Auswahl dieser Sektoren deutet darauf hin, dass die Angreifer entweder gezielt nach bestimmten Arten von Daten suchen oder Systeme mit schwächeren Sicherheitsvorkehrungen bevorzugen. Dies unterstreicht die Bedeutung einer robusten Sicherheitsstrategie, die sowohl technische als auch menschliche Faktoren berücksichtigt.
Schutzmaßnahmen: Wie sich Unternehmen und Nutzer vor ClickFix-Angriffen schützen können
Angesichts der wachsenden Bedrohung durch ClickFix-Kampagnen und die damit verbundenen Malware-Loader ist es wichtig, proaktive Maßnahmen zu ergreifen, um sich zu schützen. Hier sind einige Empfehlungen:

- Schulung und Sensibilisierung: Nutzer sollten regelmäßig über die neuesten Social-Engineering-Techniken geschult werden. Dies umfasst das Erkennen von gefälschten Update-Hinweisen und das Vermeiden der Ausführung von PowerShell-Befehlen aus unbekannten Quellen.
- Sicherheitssoftware aktualisieren: Unternehmen und Privatnutzer sollten sicherstellen, dass ihre Antiviren-Software und Sicherheitslösungen auf dem neuesten Stand sind. Dies hilft, bekannte Schwachstellen zu schließen und die Erkennung von Malware zu verbessern.
- Verwendung von Application Whitelisting: Durch die Implementierung von Application Whitelisting können Unternehmen sicherstellen, dass nur autorisierte Anwendungen auf ihren Systemen ausgeführt werden. Dies reduziert die Chancen von Malware, sich einzuschleichen.
- Regelmäßige Backups: Regelmäßige Backups der wichtigsten Daten können im Falle eines erfolgreichen Angriffs die Wiederherstellung erleichtern und Datenverluste minimieren.
- Netzwerksegmentierung: Durch die Segmentierung des Netzwerks können Unternehmen die Ausbreitung von Malware begrenzen und die Auswirkungen eines erfolgreichen Angriffs reduzieren.
Diese Maßnahmen sind zwar keine Garantie für absolute Sicherheit, können jedoch das Risiko erheblich reduzieren und die Widerstandsfähigkeit gegen solche Angriffe erhöhen.
Ausblick: Die Zukunft von Social Engineering und Malware-Loadern
Die aktuellen ClickFix-Kampagnen sind ein Beispiel für die wachsende Raffinesse von Cyberangriffen. Angreifer nutzen zunehmend Social-Engineering-Techniken, um Nutzer zu täuschen und Malware zu verbreiten. Die Entwicklung neuer Loader wie BabaDeda, Lorem Ipsum und Potemkin zeigt, wie Cyberkriminelle ihre Werkzeuge kontinuierlich anpassen, um Sicherheitsmechanismen zu umgehen.
In der Zukunft ist davon auszugehen, dass solche Angriffe weiter zunehmen werden, insbesondere in Sektoren mit hohen Datenwerten oder schwächeren Sicherheitsvorkehrungen. Unternehmen und Privatnutzer müssen sich daher auf eine ständig wachsende Bedrohungslandschaft einstellen und proaktiv Maßnahmen ergreifen, um sich zu schützen.
Ein besonderer Fokus sollte auf der Weiterentwicklung von Erkennungstechnologien liegen, die in der Lage sind, fortschrittliche Angriffe wie In-Memory-Shellcode und DLL-Side-Loading zu erkennen. Zudem ist die kontinuierliche Schulung von Mitarbeitern und Nutzern von entscheidender Bedeutung, um das Bewusstsein für die neuesten Social-Engineering-Techniken zu schärfen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die aktuellen ClickFix-Kampagnen ein Weckruf für Unternehmen und Nutzer sind, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und zu stärken. Nur durch eine Kombination aus technischen Lösungen, regelmäßigen Schulungen und einer robusten Sicherheitsstrategie können die Risiken durch solche Angriffe minimiert werden.
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